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Rosenheim: Ausstellung vermacht.verfallen.verdrängt. Städtische Galerie

24.9.-19.11.2017

Blumen unterm Hakenkreuz: Die Städtische Galerie Rosenheim präsentiert regionale Kunst im Nationalsozialismus

Rosenheim - Mit der Ausstellung vermacht.verfallen.verdrängt zeigt die Städtische Galerie Rosenheim vom 24. September bis 19. November 2017 regionale Kunst aus der Zeit des Nationalsozialismus und setzt sich dabei zugleich kritisch mit der eigenen Entstehungsgeschichte auseinander.

Ausstellung vermacht.verfallen.verdrängt. Kunst und Nationalsozialismus Städtische Galerie Rosenheim

1937 Galerieröffnung mit Gauleiter Adolf Wagner credit Stadtarchiv Rosenheim
1937 Galerie Eröffnung mit Gauleiter Adolf Wagnerphoto credit Stadtarchiv Rosenheim

„Letztlich waren es die Nationalsozialisten, die auf Drängen des Rosenheimer Kunstvereins den Grundstein für die heutige Galerie legten“, unterstreicht Felix Steffan, Ideengeber der Ausstellung und Autor des dazugehörigen wissenschaftlichen Konzeptes.

Kein geringerer als Hermann Göring war im August 1937 zur großen Eröffnungsfeier geladen worden. Obgleich Göring nicht erschien, blieb er doch Schirmherr des Hauses, das sich in den Folgejahren der Präsentation „deutscher, kultureller Schaffenskraft“ verschrieb.

Ihr 80-jähiges Jubiläum nimmt die Städtische Galerie nun zum Anlass, um einmal genauer auf die eigene Geburtsstunde zu schauen.

Bild Hans Müller Schnuttenbach Winter in TörwangBild Hans Müller Schnuttenbach Winter in Törwang

Im Zentrum der Ausstellung stehen neben dem Bau des Hauses und seiner zeitspezifischen Architektur vor allem Werke renommierter lokaler Künstlerpersönlichkeiten wie Hans Müller-Schnuttenbach, Anton Müller-Wischin und Constantin Gerhardinger.

 

Bild Anton Müller Wischin Wicken
Bild Anton Müller Wischin Wicken

Die Bilder zeigen zumeist Landschaften, Blumenstilleben und bäuerliches Leben und sind doch mehr als bloße Abbildungen einstiger Wirklichkeiten

 

Bild: Constantin Gerhardinger Mutter und Tochter mit Kleidertruhe 1938
Bild Constantin Gerhardinger Mutter und Tochter mit Kleidertruhe 1938

„Die Ausstellung will dokumentieren, nicht urteilen“, betont Galerieleiterin Monika Hauser-Mair. In erster Linie gehe es darum, das Verhältnis der Stadt Rosenheim und ihrer Kunstschaffenden zum nationalsozialistischen Kulturgeschehen darzustellen und dabei die Beziehungen der Stadt und einzelner Künstler zum „Dritten Reich“ kritisch aber vorurteilsfrei zu beleuchten.

Die Ausstellung entstand in enger Kooperation der Städtischen Galerie mit dem Kunsthistoriker Felix Steffan sowie dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte München.

Im Zuge dessen öffnete die Galerie ihr umfangreiches Depot von über 5000 Werken auch für Kunststudierende der LMU München.

Unter Anleitung von PD Dr. Christian Fuhrmeister (Institut für Kunstgeschichte, LMU München) und Felix Steffan konnten sich die Studierenden in die Ausstellungskonzeption einbringen und mit Hilfe der Galerie die Arbeit des Kurators ganz praxisnah kennenlernen.

Katalog

Begleitend zur Ausstellung wurde mit Hilfe von Fördergeldern der Ernst von Siemens Kunststiftung ein umfassender Katalog erstellt.

Darin vereinen sich Beiträge bekannter Experten wie Dr. Oliver Kase (Bayerische Staatsgemäldesammlung) oder Dr. Brigitte Zuber (NS-Dokumentationszentrum München) mit Forschungsergebnissen der Studierenden und bieten als solches erstmals einen systematischen Einblick in die bisher kaum erforschten Beziehungen zwischen der Rosenheimer Künstlerszene und dem NS-Regime.

Smartphone anschalten - weiterführende Informationen übers Web

Besucher sollten zudem ihr Smartphone während des Besuchs keinesfalls aus-, sondern anschalten. Über eine eigens eingerichtete Website können je nach individuellem Interesse weiterführende Informationen parallel zum Gezeigten aufgerufen werden.

 

 

Ausstellungsdauer
vermacht.verfallen.verdrängt.

24. September bis 19. November 2017

 

Ausstellungszeiten
DI-FR 10-17 Uhr . SA+SO 13-17 Uhr

3. Oktober 13-17 Uhr geöffnet
27. Oktober 2017 erst ab 13 Uhr geöffnet

MO geschlossen

 

Städtische Galerie Rosenheim
Max-Bram-Platz 2
83022 Rosenheim

Anmeldung und Information

Telefon +49 8031 / 3651447
www.galerie.rosenheim.de

 

Rahmenprogramm (Auszug)

Umrahmt wird die Ausstellung weiterhin von einem facettenreichen Programm aus Sonderführungen und Diskussionsrunden.

So wird beispielsweise am 4. Oktober 2017 in einem ganztätigen Kolloquium am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München der Frage nachgegangen, warum es auch heute noch, bzw. gerade wieder sinnvoll ist, Kunst aus der NS-Zeit zu zeigen.

Ausstellung im Stadtarchiv Rosenheim
Oktober bis 24. November 2017
„ACHTUNG! WICHTIG“ – Rosenheim auf Plakaten während der NS-Zeit

Kolloquium „NS-Kunst“ zeigen
Mittwoch, 4. Oktober 2017, 12 bis 19.45 Uhr
Pinakothek der Moderne, Rotunde, Barer Straße 40, 80333 München
und
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-str. 10, 80333 München

Vortrag „München – Hauptstadt der Bewegung – Hauptstadt der Deutschen Kunst"
Freitag, 13. Oktober 2017, 19 Uhr, VHS Brannenburg
Referentin Ute Gladigau M.A.

Kuratorenführungen mit Felix Steffan M.A.
Sonntag, 8. Oktober, 14 Uhr und
Sonntag, 19. November, 14 Uhr 

Führung mit Schwerpunkt
Sonntag, 22. Oktober 2017, 14 Uhr
„Ein stets willkommener Gast? Sepp Hilz und der Rosenheimer Kunstverein 1933–1967“. Dialogische Führung entlang ausgewählter Exponate mit den Kunsthistorikern Mareike Schwarz und Maximilian Westphal 

Abendführung mit Elisabeth Rechenauer M.A.
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 18 Uhr 

Kunstpädagogik für Schulklassen aller Altersstufen
Das kunstpädagogische Programm umfasst eine altersgerechte Schulklassen-Führung mit Kunsthistorikerin Elisabeth Rechenauer, in der ausgewählte thematische Schwerpunkte der Ausstellung vertieft werden.

 

Informationen und Anmeldung unter Telefon +49 8031 / 3651447

 

 

Pressemitteilung Städtische Galerie Rosenheim

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